Es ist ein Kuss, nach dem uns mehr als nach allem anderen verlangt: die Berührung des Körpers durch den Geist.  (Rumi)

An einem Ort tief in uns, der unschuldig ist, rein, unberührt von Verletzungen und frei von Schuld und Scham, können wir Stille, Frieden und einfaches, intensives Sein erfahren. Mit wacher Präsenz in der offenen Weite des gegenwärtigen Augenblicks entsteht eine große Nähe zu uns selbst und wir werden uns der innigen Verbindung von Herz und Denken gewahr. Dort, an der Quelle, können Fühlen und Denken in sanfter Langsamkeit verschmelzen.

Über das Spüren in den eigenen Körper und durch achtsames Einlassen auf das Gewahrsein innerer Bewegung – im Gewebe, im Fühlen, im Denken – öffnen wir uns nach und nach der eigenen Sanftheit und inneren Schönheit. So kann Erstarrtes weich und fließend werden, das Denken sich weiten, der Blick auf Sorgen und Hindernisse sich transformieren. Im Herzen des Transformationsprozesses erblüht sanft aber unaufhaltsam ein stetig sich erneuerndes Ich.

Gesten der Stille – Meditation in Bewegung

Unser Inneres zur Ruhe kommen lassen, sich in die eigene Seelentiefe versenken, einmal die Zeit anhalten und einfach nur in Frieden mit sich sein und der Stille lauschen – die meisten Menschen sehnen sich aus ganzem Herzen nach dieser Erfahrung, manchmal bewusst, häufig unbewusst.

Gleichzeitig fällt es manch einem recht schwer, den gewohnten Modus der ständigen inneren Bereitschaft und Anspannung loszulassen. Kaum hat man sich einmal hingesetzt, um zu entspannen, kommt das Gedankenkarussell im Kopf erst so richtig in Fahrt. Wie sehr unser Geist, unser Inneres von einem Tumult aus Gedanken, Bildern und Regungen im Alltag bedrängt wird, fällt uns meistens kaum noch auf. Richtig bewusst wird uns der ganze Lärm im Kopf erst dann, wenn wir einmal wirklich innehalten und nach innen schauen und spüren.

Meditation ist in unserer Gesellschaft heute längst nichts Exotisches oder Esoterisches mehr, sondern bereits auf bestem Wege, von Wissenschaft und Medizin als wirkungsvolles Mittel zur Transformation und Heilung anerkannt zu werden. Fast jeder kennt die klassische Meditation im Sitzen, wie sie im Yoga oder Zen praktiziert wird, wobei der Geist auf den Atem oder ein Mantra oder Koan fokussiert ist. Einige Schulen lehren auch eine Meditation der offenen, ungerichteten Aufmerksamkeit. Eine weniger bekannte Art zu meditieren ist die Meditation in Bewegung.

Einfache Gesten und Bewegungsfolgen, in entspannter Langsamkeit und bewusst ausgeführt, lassen eine körperliche Intensität entstehen, die den rastlosen, sorgenvollen Geist besänftigt und tröstet. Ein meditativer Zustand hoher Präsenz bei frei schwebender Aufmerksamkeit stellt sich fast wie von selbst ein, quasi nebenbei. Das ist eine große Erleichterung für Menschen, denen es schwer fällt, in regungslosem Sitzen in diesen Zustand zu kommen, weil ihr Denken dabei einfach nicht zur Ruhe kommen will.

Die Sanftheit und majestätische Langsamkeit der gestischen Bewegungen entschleunigt das Denken, vertieft die Wahrnehmung und öffnet den inneren Raum. Manchmal werden Teilnehmer von der Schönheit und Harmonie der Gesten tief berührt. Sie beginnen, sich wieder im Körper zu spüren, sie erfahren ihre körperliche Existenz. Oft empfinden Teilnehmer diesen Moment wie ein Heimkommen, als ob der eigene Körper zum ersten Mal wirklich bewohnt wird. Gläubige Menschen erleben die Gesten auch wie ein Gebet in Bewegung.

In meinen Gruppen werden die Teilnehmer durch gesprochene Anleitung  in die gestischen Bewegungen geführt und gleichzeitig dazu angeregt, in eine Innenschau zu gehen. Die einfachen Bewegungen im Sitzen und Stehen erfordern weder Kraft noch Gelenkigkeit, man braucht kein besonderes Talent dafür. Durch einfühlsame Anleitung wird es dem Körper ermöglicht, unmittelbar in die Gesten hinein zu gleiten. Das Gewebe wird dabei sanft vitalisiert, die Gelenke auf neue Weise aktiviert und der Tonus und Rhythmus im Körper harmonisiert.

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Hände des Herzens – Bewusstheit durch Berührung

In Einzelsitzungen liegt der Fokus nicht auf äußeren Bewegungen, sondern auf der subtilen Bewegung im Inneren des Körpers. Der Meditierende liegt entspannt auf einer Behandlungsliege und wird von mir manuell durch die Erfahrung begleitet.

Durch sanfte Berührung wird das Gewahrsein nach und nach in den Körper geführt. Behutsame, äußerst langsame Bewegungen spenden dem Gewebe Trost und regen es an, sich seiner eigenen Lebendigkeit zu erinnern – ein Gefühl der Ganzheit kann sich entfalten. Die sanfte Intensität der eigenen inneren Bewegtheit berührt das ganze Wesen unmittelbar und in der Tiefe. Ein neuer Blick auf sich selbst kann das eigene Existenzgefühl in ungeahnter Weise bereichern.

Dabei wird keine manuelle „Technik“ wie z.B. in der Osteopathie angewendet, Ziel ist es nicht, das Gewebe zu manipulieren. Es geht vielmehr um das gemeinsame Versenken in die Wahrnehmung tief im eigenen Inneren. Beide, Therapeut und Klient folgen ihrer inneren Bewegung und beider innere Bewegung verschmilzt zu einem gemeinsamen Strömen und Fließen, einer Meditation in der Begegnung miteinander über die Berührung.

Psychische Spannungen und Blockaden können dabei aufsteigen und wie durch ein Vergrößerungsglas deutlicher zutage treten. Die Sanftheit der Berührung erlaubt es in diesem Moment, Unangenehmes zuzulassen und hinzuschauen. Manchmal löst sich dabei etwas und der Mensch ist danach nicht mehr derselbe. Der Transformationsprozess wirkt nicht durch Verändernwollen und Kontrolle sondern durch Zulassen und Willkommenheißen.

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